Trends und Prognosen: Wo steht der Goldpreis in 10 Jahren?
Gold fasziniert Menschen seit Jahrtausenden und steht symbolisch für Wohlstand und Stabilität. Eine zentrale Rolle spielt Gold heute in der Schmuckbranche, als Rohstoff für die Industrie oder als längerfristiges Investment. Inflationssorgen, geopolitische Konflikte und schwankende Märkte lassen viele Menschen nach Stabilität suchen, die sie oft im Glanz des Goldes finden.
Doch wie wird sich der Goldpreis in den kommenden Jahren entwickeln? Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich von seinen Goldbeständen zu trennen oder in Gold zu investieren? Zahlreiche Faktoren beeinflussen die langfristige Goldpreis-Tendenz. Goldbesitzer und Anleger suchen deshalb zunehmend nach Orientierung: Welche Goldpreis-10 Jahre-Prognosen gibt es? Was sagen Experten zu möglichen Höchstständen – oder Rückschlägen?
In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf aktuelle Einflussfaktoren für den Goldpreis, analysieren seine historische Entwicklung und geben einen Überblick zu aktuellen Goldpreis-Prognosen bis 2035. Fundierte Informationen rund ums Gold helfen Ihnen dabei, Chancen und Risiken besser einzuschätzen und den richtigen Zeitpunkt für Kauf oder Verkauf zu finden.
Rückblick: Goldpreisentwicklung der letzten Jahrzehnte
Um die zukünftige Goldpreis-Tendenz besser einschätzen zu können, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Die Entwicklung des Goldpreises war in den letzten Jahrzehnten durch starke Schwankungen geprägt. Gleichzeitig hat sich das Edelmetall auf lange Sicht als robuster Wertspeicher bewährt.
1970er Jahre: Nach dem Ende des Goldstandards (Bindung des US-Dollar an Edelmetalle) im Jahr 1971 stieg der Goldpreis sprunghaft an. Den damaligen Höchststand erreichte Gold 1980 bei rund 850 US-Dollar je Feinunze. Wichtige Treiber waren eine hohe Inflation und geopolitische Unsicherheiten.
1980er und 1990er Jahre: Aufgrund stabiler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen stagnierte der Preis für Gold weitgehend und erreichte in den späten 1990er-Jahren sogar Tiefststände unter 300 US-Dollar.
2000er Jahre: Ab 2001 setzte ein neuer Aufwärtstrend ein, der im Zuge der weltweiten Finanzkrise 2008 deutlich an Fahrt aufnahm. Das Vertrauen in Papiergeld und Finanzmärkte sank, und Gold war als Krisenabsicherung gefragt.
2010er Jahre: 2011 erreichte der Goldpreis ein vorläufiges Rekordhoch von über 1.900 US-Dollar pro Feinunze. Anschließend korrigierte der Preis und pendelte zwischen 1.050 und 2.000 US-Dollar. Wichtige Einflussfaktoren waren hierbei die zunehmend expansive Zinspolitik, Inflation und politische Spannungen.
2020er Jahre bis 2025: Der Goldpreis überschritt erneut die Marke von 2.000 US-Dollar und blieb in den Folgejahren im Zuge der Corona-Pandemie und der darauffolgenden Inflation auf hohem Niveau.
In den Jahren 2024 und 2025 erreichte der Goldpreis stetig neue Rekordstände. Im März 2025 übersprang der Preis für das gelbe Metall erstmals die Marke von 3.000 US-Dollar und stieg im April sogar auf über 3.400 US-Dollar. Auch in Euro und anderen bedeutenden Währungen legte der Goldpreis stark zu. Hohe Staatsverschuldung, Inflationssorgen und Konflikte wie der Krieg in der Ukraine untermauerten die Rolle des Goldes als sicherer Hafen.
Diese historische Goldpreis-Tendenz zeigt: Der Preis für das gelbe Edelmetall unterliegt kurz- und mittelfristig oft erheblichen Schwankungen, folgt aber längerfristig einem robusten Aufwärtstrend.

Faktoren, die den Goldpreis beeinflussen
Die Goldpreis-Tendenz ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Faktoren. Wer eine belastbare Gold-Prognose abgeben möchte, muss diese Einflussgrößen verstehen und einordnen können. Im Folgenden werden die wichtigsten Treiber vorgestellt, die den Goldpreis auf kurze und lange Sicht beeinflussen:
1. Wirtschaftliche Faktoren
Inflation: Steigende Preise führen oft zu höherer Goldnachfrage, da Gold als Inflationsschutz gilt. Sinkt die Kaufkraft einer Währung (z. B. Euro), suchen Anleger nach Sachwerten, die wie Gold längerfristig wertstabil sind. Zinsniveau: Die Geldpolitik der Notenbanken wirkt sich ebenfalls stark auf den Goldpreis aus. Niedrige Zinsen fördern die Nachfrage nach Gold, das keine laufenden Zinserträge wie Anleihen oder Spareinlagen bietet. Steigen die Zinsen hingegen, werden festverzinsliche Anlagen attraktiver und Gold weniger interessant. Währungen: Da Gold in US-Dollar gehandelt wird, stützt ein schwächerer Dollar den Goldpreis, da Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger wird. Ein starker US-Dollar kann die Nachfrage nach Gold und damit auch dessen Preis verringern. Wirtschaftliche Entwicklung: Wenn die Wirtschaft stark wächst und die Risikobereitschaft hoch ist, bevorzugen Investoren potenziell renditestärkere Anlagen wie Aktien. In Zeiten wirtschaftlicher Instabilitäten wird hingegen sichere Häfen wie Gold stärker nachgefragt.
2. Geopolitische Krisen und Unsicherheiten
Konflikte und politische Unsicherheiten: Kriegerische Auseinandersetzungen, Terroranschläge oder politische Verwerfungen erhöhen die Unsicherheit und damit die Nachfrage nach der Krisenwährung Gold. Internationale Beziehungen: Spannungen in den Beziehungen zwischen großen Wirtschaftsmächten können zu Verunsicherung führen und Anleger dazu bewegen, in Gold zu investieren, um ihr Vermögen zu schützen.
3. Angebot und Nachfrage
Gold ist ein begrenzt verfügbarer Rohstoff, dessen Preis stark von Angebot und Nachfrage bestimmt wird.
Schmuckindustrie: Etwa 40 % der globalen Goldnachfrage entfällt auf die Schmuckbranche. Länder wie China und Indien spielen hierbei eine große Rolle.
Investments: Goldbarren und Münzen sowie ETFs machen einen weiteren Teil der Nachfrage aus. In krisenhaften Zeiten steigt dieser Anteil deutlich.
Zentralbanken und institutionelle Anleger: Zentralbanken halten Gold als Teil ihrer Währungsreserven. Ihre Kauf- oder Verkaufsentscheidungen haben oft einen erheblichen Einfluss auf den Weltmarkt. Auch große institutionelle Anleger wie Pensionsfonds oder Staatsfonds diversifizieren ihre Portfolios mit Gold, was zu einer stetigen Nachfrage beiträgt.
Industrielle Nutzung: Ein Teil des Goldes wird aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften für industrielle Zwecke verwendet, z. B. in der Elektronik und der Medizintechnik. Neue Technologien könnten zu höherer Nachfrage führen.
Der verbleibende Anteil entfällt auf außerbörsliche Geschäfte mit Finanzprodukten (OTC & andere).
Goldnachfrage: Anteile der Sektoren im Jahr 2024
| Sektoren | Goldnachfrage in Tonnen |
Goldnachfrage in %
|
|---|---|---|
| Schmuck | 2.003,5 | 40,3 |
| Investments | 1.179,5 | 23,7 |
| Zentralbanken u.a. Institutionen | 1.044,6 | 21,0 |
| Industrie & Technologie | 326,1 | 6,6 |
| OTC | 420,7 | 8,5 |
|
Summe
|
4.974,5
|
100,0
|
Die Werte wurden gerundet. Quelle: World Gold Council (WGC), 2025
Angebotsseite: Das weltweite Angebot an Gold stammt überwiegend aus dem Bergbau und dem Recycling von Altgold. Die Entdeckung neuer Vorkommen wird seltener und die Förderkosten steigen tendenziell, wenngleich effizientere Erschließungs- und Fördermethoden dem Kostenanstieg entgegenwirken. Durch die natürliche Knappheit des Goldangebots wird der Preis langfristig gestützt.
Diese Vielzahl an Einflussfaktoren verdeutlicht, dass der Goldpreis nicht isoliert betrachtet werden kann. Vielmehr reagiert er auf globale Entwicklungen, die teilweise schwer vorhersehbar sind. Deshalb sind seriöse Goldpreis-Prognosen für 10 Jahre eine große Herausforderung.

Goldpreis-Tendenzen bis 2035: Was Experten erwarten
Wie entwickelt sich der Goldpreis in den kommenden Jahren? Diese Frage beschäftigt Sparer, die in Zeiten globaler Unsicherheit über Alternativen zu klassischen Geldanlagen nachdenken, ebenso wie Goldbesitzer, die einen passenden Verkaufszeitpunkt suchen.
Die Vorhersage des Goldpreises über einen längeren Zeitraum ist eine anspruchsvolle Aufgabe, da sie wie beschrieben von einer Vielzahl unvorhersehbarer Ereignisse abhängt. Dennoch versuchen Finanzinstitute und Rohstoffanalysten anhand historischer Entwicklungen und aktueller Trends einige realistische Szenarien zu skizzieren, die auf ihren Einschätzungen der zukünftigen wirtschaftlichen, politischen und monetären Entwicklungen basieren.
Allgemeine Erwartungen und Szenarien
Die Prognosen divergieren stark, je nachdem, welche globalen Entwicklungen als die wahrscheinlichsten angesehen werden. Hier sind allgemeine Szenarien, die die Bandbreite möglicher Entwicklungen illustrieren:
Basisszenario: Stabile Goldpreis-Tendenz mit moderatem Wachstum
In einem Basisszenario gehen Analysten davon aus, dass sich die weltwirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Jahren stabilisiert. Die Inflation bleibt kontrolliert, aber auf einem Niveau, das über den Zielwerten der Zentralbanken liegt, was Gold als Inflationsschutz weiterhin attraktiv macht. Die Zinsen steigen nur moderat oder verharren auf einem Niveau, das die Attraktivität von Gold nicht übermäßig erhöht. Geopolitische Spannungen bleiben bestehen, eskalieren aber nicht zu größeren globalen Konflikten.
In diesem Szenario könnte der Goldpreis langsam, aber stetig steigen, getragen von einer anhaltenden Nachfrage von Zentralbanken und Privatanlegern, die ihr Portfolio diversifizieren wollen. Eine solche Gold-Prognose berücksichtigt eine ausgewogene Entwicklung der globalen Faktoren.
Optimistisches Szenario: Gold profitiert von Unsicherheit und Inflation
Das optimistische Szenario für die Gold-Prognose bis 2035 basiert auf der Annahme, dass die globalen Unsicherheiten zunehmen und die Inflation hartnäckiger ist als erwartet. Dies könnte durch eine Kombination aus fortgesetzten geopolitischen Konflikten, einer starken globalen Rezession oder einer ungezügelten Ausweitung der Geldmenge durch Zentralbanken ausgelöst werden.
In einem solchen Umfeld würde die Flucht in sichere Häfen wie Gold massiv verstärkt. Auch eine deutliche Entwertung wichtiger Währungen, etwa durch exzessive Staatsverschuldung, könnte Gold zu neuen Rekordhöhen treiben. Die Nachfrage nach physischem Gold würde stark steigen, da es als ultimativer Vermögensschutz angesehen wird. Die Goldpreis-Tendenz wäre hier klar aufwärtsgerichtet.
Pessimistisches Szenario: Stabilität und Zinsanstiege bremsen Goldpreis
Ein pessimistisches Szenario für die Gold-Prognose würde eintreten, wenn die Weltwirtschaft eine Phase außergewöhnlicher Stabilität und robusten Wachstums erlebt. Dies würde mit einem effektiven Management der Inflation durch die Zentralbanken einhergehen. Eine Entspannung der geopolitischen Lage und das Ausbleiben größerer Krisen würden die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen reduzieren.
Sollten zudem attraktivere Anlagealternativen, insbesondere festverzinsliche Wertpapiere mit hohen Renditen, verfügbar sein, würde dies Kapital aus dem Goldmarkt abziehen. Auch technologische Durchbrüche, die die Nachfrage nach Gold in der Industrie reduzieren oder neue, attraktive Anlageformen schaffen, könnten eine Rolle spielen. In diesem Szenario könnte der Goldpreis stagnieren oder sogar moderat fallen.
Konkrete Analystenprognosen für Gold
Die folgenden Einschätzungen stammen aus aktuellen Analystenberichten großer Banken und Finanzanalysehäuser.
Während renommierte Institute wie Goldman Sachs, Bank of America, J.P. Morgan oder die Deutsche Bank bislang nur Projektionen bis Ende 2026 veröffentlicht haben, wagen einige spezialisierte Analyseportale wie InvestingHaven, TradersUnion und das Ratinghaus Morningstar bereits Prognosen mit einem deutlich längeren Zeithorizont.
Die Mehrzahl der Experten bleibt mittelfristig optimistisch und hält Goldpreise von über 5.000 US-Dollar bis 2030 oder 2035 für erreichbar. Diese Einschätzung basiert auf Faktoren wie einer anhaltend hohen Inflation, geopolitischen Unsicherheiten, einer lockeren Geldpolitik sowie fortgesetzten Käufen durch Zentralbanken.
Im Kontrast dazu erwartet Morningstar-Analyst John Mills in einem pessimistischen Szenario einen deutlichen Rückgang des Goldpreises auf 1.820 US-Dollar bis 2030. Begründet wird dies mit einem möglichen Überangebot infolge steigender Fördermengen, einer höheren Recyclingquote und einer rückläufigen Nachfrage – insbesondere durch stagnierende Zentralbankkäufe.
Diese Spannweite an Einschätzungen verdeutlicht, wie unterschiedlich die Szenarien für die kommenden Jahre ausfallen können:
Goldpreis-Prognosen (2026 bis 2035)
Stand: 01.08.2025
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Quelle
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Zeitraum
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Prognose (USD/Unze
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|---|---|---|
| Goldman Sachs | Ende 2025 | 3.700 (Spanne: 3.650 – 3.950) |
| Deutsche Bank | 2026 | 3.700 |
| J.P. Morgan | 2026 | 4.000 |
| InvestingHaven | 2030 | 5.155 |
| TradersUnion | 2035 | 5.084 |
| Morningstar (J. Mills) | 2030 |
100,0
|
Hinweis zu Goldpreis-Prognosen: Es handelt sich um Momentaufnahmen, die mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind. Die realen Entwicklungen können stark von den in diesem Artikel skizzierten Szenarien abweichen. Wirtschaftliche Schocks, politische Umwälzungen oder unvorhergesehene technologische Fortschritte können den Goldmarkt jederzeit beeinflussen. Daher sollten Anleger und Verkaufsinteressierte solche Prognosen stets als Orientierungshilfe betrachten und nicht als definitive Vorhersage. Die Goldpreis-Tendenz über die nächsten 10 Jahre hängt von einer Vielzahl dynamischer Faktoren ab.
Fazit: Was bedeutet die Goldpreis-Prognose bis 2035 für Sie?
Ob Krisenvorsorge, Wertaufbewahrung oder Kapitalanlage: Die langfristige Gold-Prognose zeigt, dass Gold weiterhin eine zentrale Rolle im Vermögensmix spielen kann. Auch wenn sich die konkrete Goldpreis-Tendenz in den kommenden Jahren je nach globalem Umfeld unterschiedlich entwickeln kann, bleibt eines sicher: Gold ist ein bewährter Sachwert, der vor allem in wirtschaftlich turbulenten Zeiten Stabilität bietet.
Zugleich können sich durch geopolitische Entwicklungen, technologische Trends oder geldpolitische Entscheidungen jederzeit interessante Verkaufsgelegenheiten für Ihre Goldbestände ergeben.
Unsere Empfehlung: Behalten Sie den Goldmarkt regelmäßig im Blick, verfolgen Sie die Preisentwicklung und holen Sie sich bei Bedarf fundierte Beratung von Edelmetall-Experten ein. Wer Gold besitzt, sollte wissen, welchen realen Wert seine Stücke aktuell haben – insbesondere, wenn ein Verkauf geplant ist.
Wenn Sie darüber nachdenken, Ihre Barren, Münzen oder geerbten Schmuckstücke aus Gold zu Geld zu machen, bietet Ihnen Johann’s Goldstube unverbindliche Beratung, transparente Bewertungsverfahren und Ankaufspreise, die sich stets am tagesaktuellen Goldpreis orientieren. Wir handeln professionell, fair und zuverlässig. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf und profitieren Sie von unserer Expertise rund ums Gold.





